dvb_plie_1_foto-bert-heinzlmeier, © Bert Heinzlmeier

Dreiviertelblut: Plié

Am 01.04.23

Dreiviertelblut, dieses hochmusikalische Septett, das so eine berauschende Melange aus Virtuosität und Poesie hinzaubern kann, präsentierte am 2. Dezember 2022 das vierte Studio-Album „Plié“.
Die Münchner Band, deren Sound schon auch mal als „gewaltig“, die Performance als „umwerfend“ (Merkur) beschrieben wird, umspannt in elf neuen Songs ein weites Spektrum weltlicher und himmlischer Gefühle und scheut sich nicht, auch die Tür zur Hölle aufzustoßen.


Musikalisch und in Worten durchstreifen sie die Höhen und Tiefen des Seins, fliegen vom reinsten (Lieses)Glück in die schwärzeste Verzweiflung. Dem Dunkel folgt aber stets ein Lächeln. Und weil die Liebe zur Finsternis in diesem kruden, bayerischen Humor daherkommt, zeigt sie sich zutiefst menschlich, mit Herz, in einer zeitlosen Schönheit und einer berührenden Poesie. Auch in den skurrilen Geschichten, die Sebastian Horn und Gerd Baumann auf der Bühne erzählen.
Dreiviertelblut schaut sehr genau hin und singt in schonungslosen Sätzen davon. Meist auf bairisch, mal auch auf englisch, aber immer mit einer bayerischen Seele. Und auch wenn es um den Wahnsinn der Zeit und der Suche nach Verständnis geht, schwingt darin immer die grundsätzliche Weigerung zu verzweifeln.
Die atmosphärisch dichten Kompositionen mit den transparenten Arrangements für Gitarren, Bläser, Akkordeon, Schlagzeug und mehrstimmigem Gesang des Filmkomponisten Gerd Baumann beflügeln Sebastian Horns krude Geschichten über Leben und Tod und das, was dazwischen liegt: eine Art „phantastischer Realismus", eine Brücke zwischen Diesseits und Jenseits. Auf jeden Fall ein mitreißender Aufruf, das Leben mutig und voller Leidenschaft mit all seinen Facetten zu feiern. So wie die Band selbst, die jedes Konzert mit einem Ritual beginnt: Die sieben Musiker stehen - Hacken zusammen, Fußspitzen nach außen - im Kreis und gehen ins Plié, bis sich alle über die Knie verbinden.


Wenn sich dann der „Geist des Punks mit der Seele der Volksmusik“ verbindet (Donaukurier), wird es musikalisch grenzen- und genresprengend und textlich hintergründig: nicht nur in „Hehna ohne Kopf“, das einen Blick in den brodelnden Suppentopf „Die Welt während Corona“ wagt. Auch in „Ast vom Baam“, einer Persiflage auf den Volksmusikhit „Drunt in der grünen Au …“, der mit der Doppelmoral unserer Gesellschaft abrechnet: nicht die Toten, sondern die Lebenden kommen in die Hölle! Oder „Roßbluat und Schneider“, die gescheiterten Suizidversuche Zweier, die dann in einer Romanze mit Fragezeichen landen

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am 01.04.23

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